AGUS e.V.

- Gruppe Berlin -

Individuelle Trauerbegleitung

Die Trauer nach einem Suizid ist oftmals eine erheblich erschwerte Trauer, deren Be- und Verarbeitung nicht so einfach und schnell gelingen will und bei der eine professionelle, beratende oder therapeutische Begleitung angeraten ist.

In der Fachliteratur wird Trauer, die besonders schwer fällt, auch als traumatische oder komplizierte Trauer bezeichnet.

Traumatische Trauer kommt gehäuft vor, wenn Angehörige einen nahestehenden Menschen durch einen plötzlichen Tod verloren haben (Suizid, Mord, Unfall), wenn eine enge oder aber auch eine komplizierte Beziehung zum Verstorbenen bestanden hat, wenn belastende Gefühle wie Wut oder Schuld die Trauer überdecken oder wenn das eigene Leben durch den Verlust großen Veränderungen ausgesetzt ist.

Traumatische Trauer ist kennzeichnet durch folgende Merkmale:

  • anhaltende, starke Trauer ohne das Gefühl, dass es besser oder zumindest ein bisschen anders wird
  • anhaltendes starkes Gefühl der Schuld
  • anhaltende Gefühle der Wut und der Verzeiflung
  • Auftauchen von belastenden Erinnerungen in Form von Flashbacks oder Albträumen
  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags
  • Unwissen, wie es weitergehen soll
  • Rückzug und Isolation
  • insgesamt sehr niedergeschlagene Stimmung mit dem Gefühl der Gefühllosigkeit
  • Schlafstörungen
  • vorher unbekannte Ängste wie die Angst vor neuen Katastrophen oder dem Alleinesein, ständige Alarmbereitschaft, innere Unruhe
  • Gefühl "neben sich zu stehen", Entfremdungserlebnisse (Dissoziation)
  • eigene Suizidgedanken

Die erschwerte Trauer und das traumatische Erleben des Verlustes, sowie der Todesumstände und möglicherweise der krisenhaften Zeit davor sind der Inhalt von beratenden und begleitenden Einzelgesprächen. In den Einzelgesprächen kann besser auf den individuellen Verlust eingegangen werden.

Die Bearbeitung von erschwerenden Gefühlen

Insbesondere für die Bearbeitung von erschwerenden Gefühlen innerhalb der Trauer wie dem Gefühl der Schuld, der Scham oder der Wut und zur Bearbeitung von offenen Fragen oder beispielswiese der Unmöglichkeit Abschied zu nehmen, möchte ich Ihnen die Methode IRRT vorstellen und anbieten.

Zwei große Aufgaben, denen sich Trauernde stellen müssen und deren Lösung häufig dazu beiträgt, dass der Verlust besser integriert werden kann, sind zum einen die Realisierung des Verlustes und zum anderen das Betrachten der begleitenden, die Trauer oft überdeckenden Empfindungen wie Verzweiflung, Wut oder Schuld. Beiden Zielen kann mit der Hilfe unterschiedlicher Methoden näher gekommen werden. Eine dieser Methoden, die in in den letzten Jahren zunehmend durch die praktische Anwendung entwickelt, evaluiert und für anhaltende Trauerprozesse zugeschnitten wurde, ist die IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy). Eine IRRT-Sitzung findet in der Imagination/Vorstellung statt. Es können offene Fragen geklärt, ein Abschied nachgeholt, vermutete Aufträge überprüft, Gefühle wie Schuld oder Wut besprochen und/oder eine Versöhnung angestrebt werden. Der Trauernde ist der Gestalter dieses Prozesses auf der inneren Bühne, die ihm innewohnenden selbstheilenden Kräfte werden in der IRRT-Sitzung durch die durchweg sokratische Haltung des Beraters zugänglich und verfügbar gemacht. Eine IRRT-Sitzung wird aufgenommen und dem Trauernden zur Verfügung gestellt. Die Einzelgespräche sind auch für Kinder und Jgendliche gut möglich.

Hier können sie mehr über IRRT lesen: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.irrt-deutschland.de/

Bei Interesse an der Durchführung einer IRRT-Sitzung nehmen Sie bitte Kontakt auf. Die Durchführung ist im Rahmen einer ca. 90 minütigen Einzelsitzung möglich.

In die Gespräche können neben der gewöhnlichen Trauerbegleitung traumabezogene Inhalte im Sinne einer Trauertherapie einfließen. Diese könnten beispielsweise sein:

  • PSYCHEDUKATION:Klärung von Fragen wie "Gibt es richtige und falsches Trauern?", "Ist meine Trauer noch "normal" oder bereits "traumatisch"?", "Bin ich durch das Erlebte/den Verlust traumatisiert und was geschieht da mit mir?", "Was ist ein Trauma und was genau passiert in meinem Körper?" u.a.)
  • STABILISIERUNGSARBEIT: Ressourcen finden und stärken, das Trauma um die Trauer, die schrecklichen Bilder und Gedanken, die schmerzhaften Gefühle aushalten und dabei im Hier und Jetzt bleiben, Arbeit mit dem Ressourcenbarometer, Etablierung eines Sicheren Ortes oder eines Wohlfühlortes, Arbeit mit dem Inneren Kind, Hypnosystemischer Ansatz u.a.)
  • TRAUMABEARBEITUNG und TRAUMAEXPOSITION: mit Hilfe von anerkannten therapeutischen Verfahren wie der SreenTechnik (Bildschirmarbeit) und IRRT  erfolgt eine Bearbeitung der (traumatischen) Trauer

DURCHFÜHRUNG und KOSTEN:

Die beratenden oder therapeutischen Einzelgespräche finden nach Absprache an Sonntagen  im Selbsthilfetreffunkt Mauerritze in der Spandauer Altstadt statt. Sie werden leider durch keine Organsiation finanziell unterstützt. Zur Deckung der Raumnutzungskosten und der hohen Ausbildungs- und Supervisionskosten, die allesamt ausschließlich privat ohne Unterstützung durch den Verein oder anderweitige Stellen bestritten wurden und werden, wäre ich über eine Spende im Rahmen Ihrer Möglichkeiten dankbar. Falls sie weitere Fragen zu den Gesprächen oder Interesse an einer Durchführung haben, so schreiben Sie über das Öffnet internen Link im aktuellen FensterFormular oder rufen Sie einfach kurz an.